Berliner Bär in Norwegen gesichtet
Irgend etwas ist da im Busch. Meine Zweibeiner verhalten sich seit einigen Tagen so freundlich aufgeregt. Überall wird rumgewuselt, Sachen zusammengepackt und Essen auf Vorrat gekocht.
Sogar mein Auto wurde umgebaut. Meine Decke aus dem Kofferraum haben sie mir weg genommen. Dafür darf ich nun auf der Rückbank Platz nehmen. Hier wurde extra eine neue Wanne eingebaut, so daß ich nicht nur die Sitzfläche habe, sondern auch über dem Fußraum liegen kann. Das ist schon komfortabel, aber was soll das?
Alle Sachen werden hinten eingeladen und Abends, als es schon langsam dunkel wird heißt es, komm Biko ab in den Urlaub, das wird dir gefallen. Also gut, bisher konnte ich euch immer Vertrauen. Wir fahren durch die Nacht, machen immer mal wieder eine kleine Pause und wieder weiter. Wie lange mag das gehen, wir sind ja jetzt schon länger Unterwegs als damals, wo ich aus Brandenburg abgeholt wurde. Als es draußen wieder hell wird, haben wir angehalten, in Hirtshals, Dänemark. Ganz viele Autos stehen hier und andere Hunde sehe ich auch. Herrchen steigt mit mir aus und ich sehe viel Wasser, so viel, wie ich es noch nie gesehen habe. Und ein großes Schiff legt an. Alle fahren da rauf, uns eingeschlossen. Als wir zum Stehen kommen, steigen wir aus und laufen eine glatte Metalltreppe rauf. Da oben sind furchtbar viele Menschen, was mich aber nicht stört. Wir gehen nach hinten und sehen wieder das Wasser. Achtelounge nennt sich das hier. Ein großer Raum mit Tischen, die extra für Hunde reserviert sind. Das finde ich sehr sympathisch.



Der Raum füllt sich, es wird lauter und schon fahren wir los. Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt, bis wir endlich wieder runter können. Wir sind jetzt in Kristiansand, Norwegen. Wir müssen nun noch einmal gute zwei Stunden fahren, bis ich mich endlich wieder frei bewegen darf. Und da sind wir nun, in Borghaug und haben ein schönes Häuschen mit einer großen Holzterrasse.
Doch, hier gefällt es mir und ich zeige sofort meinem Plüschtier, wo wir die nächsten zwei Wochen spielen werden.
Los Biko, auf zum ersten Spaziergang, meint Herrchen. Und was soll ich sagen, es ist hier einfach großartig. Unser Spaziergang ging durch den Hafen auf die Mole. Hier riecht das so toll. Alles neue Düfte und diese schwarzweißen, lachenden Vögel. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinsoll. Na gut, erst schnell mal den Hügel runter, komm schon Herrchen. Ich glaube Herrchen findet das hier auch toll, kaum habe ich ihn runtergezogen, wälzt er sich schon vor Freude im Gras. Aber nun geht´s endlich weiter, ran ans Wasser. Okay, so leicht geht das nicht. Riesige Steine hier, aber da kann man toll drauf klettern. Das wird bestimmt ein neues Hobby von mir. Die erste Gassirunde war toll und jetzt freue ich mich auch schon auf ein schönes Abendessen und kuscheln mit den Zweibeinern. Mal sehen, was morgen kommt.






Die Tage laufen ähnlich ab, aber immer mit neuen Herausforderungen. Morgens vor dem Frühstück geht es auf die örtliche Gassirunde zur Mole, wo ich so schön über die Felsen balancieren kann. Neue Freunde habe ich auch schon gefunden. Die Norweger sind sehr nett. Tagsüber werden verschiedene Ziele gewählt. Ich war zum Beispiel das erste Mal im Wasser. Zuhause war ich immer noch zurückhaltend, aber nachdem das Juniorfrauchen die Hosenbeine hochgekrempelt hat, bin ich einfach mit rein in die Nordsee. Das war wirklich schön, zumindest bis zum Bauch. Hat auch lecker geschmeckt, aber das fand mein Rudel nicht so toll. Dafür habe ich dann noch ausgiebig am Strand getobt und gebuddelt.
Einen anderen Tag fuhren wir dann etwas in die Berge. Um hier eine schöne Aussicht auf das Wasser zu haben, mussten wir durch einen langen, unbeleuchteten Tunnel. Herrchen hatte extra eine Taschenlampe eingesteckt. Viel gebracht hat die aber nicht. Das war hier drin schon etwas unheimlich, aber wenn mein Rudel dabei ist, habe ich auch keine Angst. Und nach der Strecke wurden wir mit einem fantastischen Bild belohnt.






Hier in den Bergen fällt überall Wasser aus den Steinen. Das sieht so atemberaubend aus. Einen Tag sind wir direkt darunter spazieren gegangen. Von oben kam das Wasser und floss direkt an uns vorbei. Ich glaube, das war das frischeste und leckerste Wasser, das ich je getrunken habe.
Drei Tage waren aber nicht so schön. In Schottland hat sich ein schwerer Sturm zusammengebraut, der dann zu uns rüberkam. Das war vielleicht windig. Selbst die Schafe hatten glatte Haare. Aber mein Rudel zerrt mich ja bei jedem Wetter raus. Komm, wir wollen uns die Wellen ansehen. Das wird super. Ja klar, ganz super, nass bis auf die Knochen bin ich geworden und war froh, als ich im Haus wieder trocken gerubbelt wurde. Zur Versöhnung wurde aber nachher wieder ordentlich geknuddelt



Ja, so gingen die Tage dahin und nach zwei Wochen brachen wir auf nach Hause. Auf der Fähre lernte ich dieses Mal ein kleines Eurasier Mädchen aus Dänemark kennen. Meine Zweibeiner zweifelten, sie war schon wirklich sehr klein für ihre zwei Jahre. Mir egal, sie war nett.



Nun warten wir mal ab. Nächstes Jahr soll es wohl nach Schweden gehen. Aber erst einmal wartet meine Gesundheitsuntersuchung und das Eurasiertreffen in Alsfeld. Ich freue mich bereits darauf viele nette Hunde und Zweibeiner kennen zu lernen.
Eurer
Biko vom Hauptstadtgarten mit Rudel Andreas und Kirsten Bricks
Jetzt seid ihr dran
Dieser Beitrag ist Ende 2025 im Eurasier Journal erschienen. Vielleicht habt auch ihr Lust, eure ganz persönlichen Urlaubserlebnisse mit eurem Hund mit uns zu teilen? Unsere Redaktion freut sich sehr über jede Einsendung.
Der vorliegende Artikel wurde noch aus der Perspektive von Biko erzählt. Für zukünftige Ausgaben möchten wir im Journal vor allem die Erfahrungsberichte der Menschen selbst veröffentlichen – Geschichten aus eurem Alltag, euren Reisen und euren besonderen Momenten mit eurem Hund. Das empfinden wir als zeitgemäß und für viele Leserinnen und Leser als noch näher, authentischer und leichter zugänglich.
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